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Weihnachtsgeschichte 2023


Meine diesjährige Weihnachtsgeschichte spielt in einem mittlerweile lange vergangenen Jahrhundert. Einer Zeit, in der in den Augen derjenigen, denen es gelingt, sich den sentimentalen Blick zurück nicht durch zwei Weltkriege mit vielen Millionen Toten und einige weitere Unbill trüben zu lassen, vieles oder womöglich sogar alles doch soooo viel besser war als heute.

In dieser «guten alten Zeit» begab es sich, dass der Landarbeiter Rubin zusammen mit seiner Frau Dolly mit ihrem Truck vor einem Club parkten. Da erschien ihr guter Kumpel Arthur. Über die nun folgenden Ereignisse gibt es unterschiedliche Versionen. Einige sagen, der betrunkene Arthur habe versucht, sich an die zu dieser Zeit schwangere Dolly heranzumachen, die ihn aber abgewiesen habe. In anderen Darstellungen ist die Rede von einem Streit um eine (andere) Frau oder von einem Streit um einen Revierkrieg wegen illegalen Schnapsbrennens. Wie dem auch sei, Klarheit besteht darüber, dass der gute Arthur im Gegenzug wenig später einige Schüsse aus seiner abgesägten Schrotflinte auf Rubin und Dolly abfeuerte.

Dolly wurde im Fuss und Rubin mehrmals am Arm getroffen. Rubin verlor dadurch eben diesen linken Arm unterhalb des Ellenbogens mitsamt der sich daran befindlichen linken Hand.  In weihnachtlich versöhnlicher Weise musste Arthur aber nicht lange im Gefängnis bleiben. Denn er galt bei den weißen Farmbesitzern als guter Arbeiter.

Wenig später wurde Rubin erneut Vater und sein Sohn Joe erblickte das Licht der Welt. Wie sein Vater erlitt auch der kleine Joe bei einem Unfall auf dem Hof eine schwere Verletzung seines linken Arms, als er auf einen Ziegelstein fiel. Da sich die Familie keinen Arzt leisten konnte, musste der gebrochene Arm so gut es ging ohne medizinische Hilfe heilen. Joe konnte nach dieser Verletzung seinen Arm aber nie wieder normal strecken.

Aus diesem krummen Arm, der eine beeinträchtigende Behinderung hätte sein können, machte Joe etwas, das er später selbst als «Rakete» bezeichnete. Damit meinte er seinen gefürchteten linken Haken. Ein Schlag, der bis heute legendär ist und mit dem Joe Frazier am 08. März 1971 den bis dahin ungeschlagenen Muhammad Ali zu Boden schickte. Er wurde einer der erfolgreichsten Boxer aller Zeiten.

Ein Märchen, ein Wunder, eine göttliche Fügung? Nichts von alledem. Vielmehr die Fähigkeit, wie ein Besessener auf selbstgebastelte Sandsäcke und als Schlachthausarbeiter auf Schweinehälften einzuprügeln, angetrieben von einer Vision. Eine Vision, die er mit Talent, konsequenter Disziplin und völlig angstfrei von einer statistisch sehr unwahrscheinlichen Möglichkeit zu einer sehr «handfesten» Realität werden liess.

Und darum am Ende eine (wahre) Geschichte, die gut zu Weihnachten und in unsere heutige Zeit passt.

In diesem Sinne euch allen schöne, entspannte und inspirierende Festtage!

24.12.2023 FU

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