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Psychiatrische Gutachten

Psychiatrische Gutachten im Zusammenhang mit Strafverfahren sind sehr wichtig. Denn oft hängt von solchen Gutachten sehr viel ab. Wird die Gefährlichkeit eines Täters unterschätzt, dann kann das fatale Konsequenzen haben. Es kann zu schrecklichen Verbrechen kommen, die bei einer richtigen Einschätzung vermeidbar gewesen wären. Umgekehrt ist es aber auch schlimm, wenn ein Gutachter die Gefährlichkeit einer Person überschätzt und es in der Folge zu ungerechtfertigten Repressionen kommt. Es ist sehr wichtig, einer Person vorurteilslos zu begegnen und absolut ergebnisoffen zu arbeiten. Es muss stets darum gehen, den speziellen Einzelfall genau zu verstehen und ihm gerecht werden. Der Gutachter muss sich höchsten Qualitätsansprüchen verpflichtet fühlen. Bequemlichkeit, Schubladendenken, Respektlosigkeit, unsorgfältiges Arbeiten, Wischi-Waschi-Aussagen, taktische Überlegungen (sich nicht festlegen wollen, auf Nummer sicher gehen, um selber besser dazustehen) ... alles das hat in Gutachten nichts verloren!

Ich habe mich verschiedentlich zu Fragen rund um Gutachten in der Öffentlichkeit geäußert. Meistens habe ich dabei auch gesagt, dass sich die Qualität ca. in den letzten 25 Jahren zwar verbessert hat, aber es auch noch viel Luft nach oben gibt. Die Aussage ist richtig. Aber «Luft nach oben» heißt im Klartext: Die Mehrheit der Gutachten hat immer noch erhebliche qualitative Mängel. Darum gibt es nach wie vor viel zu tun.

Hier drei Artikel, die sich mit psychiatrischen Gutachten beschäftigen.


  1. Tagesanzeiger 2011: Es braucht die absolte Bereitschaft

  2. Tagesanzeiger 2011: So wird man Gerichtsgutachter

  3. Tagesanzeiger 2013: Herausforderung Gutachten: Der Fall Marie




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